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LABORPRAXIS-Newsticker Chemie-Tarifrunde für ostdeutsche Beschäftigte hat begonnen

Aktualisiert am 26.04.2024 Quelle: dpa 8 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: ©viperagp - stock.adobe.com)

25.4. – Chemie-Tarifrunde für ostdeutsche Beschäftigte hat begonnen

Potsdam (dpa) 16:00 Uhr – Für die rund 49.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland haben am Donnerstag die Tarifverhandlungen begonnen. Das Treffen in Potsdam blieb ohne Ergebnis, beide Seiten vertagten sich. Die Gewerkschaft IG BCE Nordost fordert eine Erhöhung der Einkommen um sieben Prozent. Der Arbeitgeberverband, der von einer Krise der Branche spricht, hält ein solches Plus nicht für umsetzbar.

Ohne faires Verständnis hätten die Arbeitgeber die Forderungen vom Tisch gewischt, kritisierte IG BCE Landesbezirksleiterin und Verhandlungsführerin, Stephanie Albrecht-Suliak, laut einer Mitteilung. Schwierig sei die Lage nur in den energieintensiven Industrien, die Geschäfte der Konsumgüter- und Pharmaindustrie liefen glänzend. Die Arbeitnehmer hätten ihren Anteil am Erfolg verdient, die Forderung nach einer Nullrunde sei „unverantwortlich“.

Dagegen teilte der Arbeitgeberverband Nordostchemie mit: „Die wirtschaftliche Lage unserer Branche lässt keinen Interpretationsspielraum zu: Wir befinden uns nach einem äußerst schwierigen Jahr 2023 weiterhin in der Krise.“ Eine kurzfristige Erholung sei nicht in Sicht. Laut Arbeitgeberverband werden die Tarifverhandlungen voraussichtlich auf Bundesebene am 14. Mai im thüringischen Teistungen fortgesetzt.

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25.4. – Merck investiert 300 Millionen Euro in neues Forschungszentrum

Darmstadt (dpa) 11:13 Uhr – Der Pharma- und Chemiekonzern Merck investiert mehr als 300 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum an seinem Hauptsitz in Darmstadt. Anlässlich der Grundsteinlegung am Donnerstag sprach Bundeskanzler Olaf Scholz von einem „Bekenntnis zu Deutschland als starkem Pharma-, Industrie- und Forschungsstandort“.

Ab Anfang 2027 soll das Forschungszentrum auf rund 18.000 Quadratmetern Platz für rund 550 Beschäftigte bieten. Der Neubau ist Teil eines Investitionsprogramms von Merck, das rund 1,5 Milliarden Euro für den Standort Darmstadt bis 2025 umfasst. Die Investition ermögliche Fortschritt, der Millionen von Patienten in aller Welt zugutekomme, sagte Merck-Vorstandshefin Belén Garijo. Im «Advanced Research Center» will das Dax-Unternehmen unter anderem an Lösungen zur Herstellung von Antikörpern, mRNA-Anwendungen und an weiteren Produkten für die biotechnologische Herstellung forschen, wie Merck mitteilte.

25.4. – Neuer Umweltbundesamt-Standort in Cottbus eröffnet

Dessau-Roßlau (UBA) 10:42 Uhr – Das Umweltbundesamt (UBA) eröffnet am 25. April 2024 einen neuen Standort in Cottbus. Künftig forschen hier zehn UBA-Mitarbeitende zum Thema Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrs. Das neu gegründete Fachgebiet soll sich mit lokalen Akteuren austauschen und vernetzen. Die Bundesregierung unterstützt die Einrichtung des neuen UBA-Standortes in Cottbus auf Grundlage des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen.

Acht der zehn Mitarbeitenden am neuen ⁠UBA⁠-Standort in Cottbus gehören dem Fachgebiet „Dekarbonisierung in der Industrie“ an und untersuchen künftig, wie sich energieintensive Industrieprozesse unter Berücksichtigung weiterer Umweltbelange klimaneutral umgestalten lassen. Auf dieser Grundlage unterstützen sie unter anderem eine entsprechende Fördermaßnahme der Bundesregierung – die Bundesförderung für Industrie und ⁠ Klimaschutz ⁠ – mit der Branchenexpertise des UBA. So soll insbesondere die Elektrifizierung von Industrieprozessen sowie die Reduzierung prozessbedingter CO2-Emissionen vorangetrieben werden. Zwei weitere Mitarbeitende, die sich mit dem Thema Verkehr befassen, untersuchen sowohl Dekarbonisierungsoptionen als auch die Umwelt- und Klimawirkungen von schweren Nutzfahrzeugen im Straßenverkehr sowie von alternativen Kraftstoffen im Seeverkehr.

Durch den neuen UBA-Standort im Cottbuser Stadtzentrum sollen langfristige Netzwerke zu Akteuren der lokalen Wirtschaft und zu Forschungseinrichtungen in der Region entstehen und bereits existierende Kontakte ausgebaut werden. Der Austausch mit regionalen Partnern wie dem Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg sowie dem Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff in der Lausitz (PtX Lab) ist dabei wesentlicher Bestandteil der Arbeit der UBA-Fachleute vor Ort.

24.4. – Erste Tarifrunde für Chemieindustrie im Südwesten endet ohne Ergebnis

Karlsruhe (dpa/lsw) 16:58 Uhr – Die erste Runde der Tarifverhandlungen für rund 73.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie Baden-Württembergs hat zu keinem Ergebnis geführt. Die Gespräche seien nach drei Stunden vertagt worden, wie der Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) am Mittwoch unabhängig voneinander in Karlsruhe mitteilten.

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Bei den Verhandlungen geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in 210 tarifgebundenen Unternehmen der Branche im Land. Die IGBCE forderte unter anderem sieben Prozent mehr Entgelt für die Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber hielten das für überzogen: „Wir haben kaum Verteilungsspielraum, sondern müssen einen Tarifabschluss für eine Krisensituation erreichen, um Standort und Beschäftigung zu sichern“, teilte Verhandlungsführer Clemens Schmid mit. Die Forderung gehe an den wirtschaftlichen Realitäten vorbei.

IGBCE-Landesbezirksleiterin Catharina Clay wies die Argumente der Arbeitgeber zurück. Die Blockadehaltung sei völlig überzogen. «Die Branchenumsätze liegen weiter auf hohem Niveau, die Energiepreise normalisieren sich. Die Auftragsbücher sind durchaus gefüllt», erklärte sie. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage seien höhere Entgelte dringend erforderlich. Die Arbeitgeber legten ihr zufolge kein Angebot vor.

Den Verhandlungsauftakt in den neun Tarifbezirken deutschlandweit markierten vergangene Woche die Gespräche in Rheinland-Pfalz. Aus Arbeitgebersicht sollen die Verhandlungen am 14. Mai auf Bundesebene fortgesetzt werden. Die IGBCE-Tarifkommissionen wollen aber erst nach den regionalen Verhandlungen entscheiden, wie und auf welcher Ebene die Gespräche fortgesetzt werden sollen. Bundesweit sind rund 585.000 Menschen in der Chemie- und Pharmaindustrie beschäftigt.

24.4. – EU-Parlament stimmt über strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe ab

Straßburg (dpa) 4:16 Uhr – Das Europaparlament stimmt an diesem Mittwoch (ab 12 Uhr) über schärfere Grenzwerte gegen Luftverschmutzung ab. Demnach sollen für 2030 neue Obergrenzen unter anderem für Feinstaub, Stickstoffdioxid (NO2) und Schwefeldioxid (SO2) gelten. Darauf hatten sich Vertreter der EU-Staaten und des EU-Parlaments im Februar vorläufig verständigt.

Mit den neuen Regeln solle sichergestellt werden, dass die Luftverschmutzung in Europa die menschliche Gesundheit nicht schädige, hieß es damals vom Parlament. Bürger sollen etwa Anspruch auf Entschädigung bekommen, wenn sie wegen nicht eingehaltener Grenzwerte krank werden. Für bestimmte Feinstaubpartikel sowie Schwefeldioxid sollen die Grenzwerte halbiert werden.

Nach der Abstimmung im Plenum des Europaparlaments müssen auch noch die EU-Staaten die neuen Regeln bestätigen. Das ist in der Regel Formsache und für kommende Woche vorgesehen.

Schlechte Luft bleibt nach Einschätzung der EU-Umweltagentur EEA das größte von Umweltbedingungen ausgehende Gesundheitsrisiko. Nach jüngsten Zahlen gab es im Jahr 2021 rund 253.000 Todesfälle in der EU, die im Zusammenhang mit Feinstaubwerten über den empfohlenen Grenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) standen.

23.4. – Erste Tarifrunde für Chemieindustrie im Norden endet ohne Ergebnis

Hannover (dpa) 17:26 Uhr – Die erste Runde der Tarifverhandlungen für rund 68.000 Beschäftigte in der norddeutschen Chemieindustrie hat am Dienstag in Hannover zu keinem Ergebnis geführt. „Auf unsere Forderung nach einer Entgelterhöhung von sieben Prozent wurde kein konkretes Angebot vorgelegt“, sagte der Verhandlungsführer für die Gewerkschaft IGBCE, Ralf Becker. „In dieser Krisen-Tarifrunde müssen wir als Sozialpartner gemeinsam die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen erhalten und damit Standorte und Arbeitsplätze sichern, sagte Sarah Saeidy-Nory, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Chemienord.

Beide Seiten sprachen von intensiven mehrstündigen Verhandlungen. Die Branche habe unter Beweis gestellt, dass sie weiterhin in der Lage sei, wettbewerbsfähige Produkte herzustellen und auch zu verkaufen, berichtete Gewerkschafter Becker. „Dass genau jetzt die Arbeitgeber behaupten, es gebe keinen Verteilungsspielraum und man hätte keine Ressourcen für einen Tarifabschluss, ist beschämend“, sagte er.

Die Arbeitgebervertreter verwiesen auf fehlende Aufträge und mangelnde Nachfrage für viele norddeutsche Chemieunternehmen. Es sei höchste Zeit, dass die Gewerkschaft die kritische Lage der gesamten Branche anerkenne. „Wir sind in einer Krisen-Tarifrunde und benötigen einen Krisenabschluss“, sagte Saeidy-Nory. Aus Arbeitgebersicht sollen die Verhandlungen jetzt am 14. Mai auf Bundesebene fortgesetzt werden.

23.4. – Verbände warnen vor Ewigkeitschemikalien im Wasser

Berlin (dpa) 14:13 Uhr – Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnen vor so genannten Ewigkeitschemikalien im deutschen Trinkwasser. Allerdings lägen die Werte für diese als PFAS bekannten Substanzen durchgehend unter den geltenden Grenzwerten, teilten die Verbände am Dienstag unter Bezugnahme auf einen Trinkwassertest des BUND mit. Die tägliche Aufnahme dieser sehr stabilen Chemikalien über das Trinkwasser sei vergleichsweise gering.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte: „Seit über 70 Jahren imprägnieren wir unsere Umwelt mit PFAS. Dies hat auch zur Belastung unseres Trinkwassers geführt. Die gute Nachricht ist: Eine akute Gesundheitsgefahr geht von Leitungs - und Mineralwasser nicht aus.“ Dennoch verdeutliche der BUND-Test das Ausmaß der Verschmutzungskrise. Bandt schätzte die PFAS-Belastung grundsätzlich als schädlich für Mensch und Umwelt ein.

Zu der Chemikaliengruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) zählen geschätzt über 10.000 einzelne Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Anoraks, Pfannen oder Kosmetik verarbeitet sind. In der Industrie werden sie etwa in Dichtungen, Isolierungen oder Kabeln eingesetzt. Auch Lithium-Ionen-Batterien sind auf PFAS angewiesen.

23.4. – Wo Deutschland bei Gen- und Zelltherapie-Studien steht

Berlin (vfa) 10:23 Uhr – Deutschland holt auf in der Entwicklung von Gen-, Zell- und Gewebetherapeutika (kollektiv ATMP für „Advanced Therapy Medicinal Products“ genannt). Ein Gradmesser dafür ist, wie viele klinische Studien mit solchen Medikamenten unter Mitwirkung deutscher Einrichtungen stattfinden oder geplant sind. Im Jahr 2023 waren es 78 und damit rund viereinhalbmal mehr als noch 2018 (17). 92 % dieser Studien wurden von Unternehmen initiiert, 3 % von Forschungseinrichtungen und 5 % von Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam. Solche Informationen macht der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) ab jetzt unter www.vfa.de/monitor-atmp-standort verfügbar – als Ressource zur Standortbewertung und zur Prüfung der Wirksamkeit von Fördermaßnahmen. Datengrundlage ist das internationale „Dashboard Advanced Therapies“ des Datenbankanbieters Citeline.

VFA-Präsident Han Steutel kommentiert: „Deutschland ist dabei, doch noch zu einem relevanten Standort für die Entwicklung von Gen-, Zell- und Gewebetherapeutika zu werden. Zu verdanken ist das vor allem engagierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Was nun noch gebraucht wird, ist ein bundesweit gültiger Förderrahmen sowie eine Offenheit für neue Erstattungsmodelle für solche Therapeutika. Wir hoffen, dass dafür von der am 12. Juni vom Bundesforschungsministerium vorgestellten Nationalen Gen- und Zelltherapie-Strategie klare Impulse ausgehen werden.“

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